Geschaut: Halt and Catch Fire
- Matt
Über Mr. Robot hatte ich geschrieben, dass ich sie abgebrochen habe. Die Serie, die ich stattdessen empfehlen würde, hat kaum jemand gesehen.
Halt and Catch Fire beginnt 1983 in Texas: Ein Vertriebler, ein Ingenieur und eine Programmiererin bauen einen IBM-kompatiblen Rechner. Das klingt nach einer Serie über Technik und ist keine.
Warum die erste Staffel schwächer ist
Die erste Staffel versucht, ein Drama um einen charismatischen Visionär zu erzählen, und das funktioniert nur mittelmäßig. Wer nach drei Folgen aufhört, verpasst deshalb genau das, was die Serie später ausmacht.
Ab der zweiten Staffel verschiebt sich das Gewicht auf die beiden Frauenfiguren und auf eine Firma, die Onlinedienste baut, bevor es dafür einen Markt gibt. Von da an wird es sehr gut.
Was sie richtig macht
Die Technik stimmt, ohne dass die Serie damit angibt. BIOS zurückentwickeln, Kompatibilitätsprobleme, die Frage, ob ein Modem-Netzwerk je jemanden interessieren wird. Wer die Zeit nicht miterlebt hat, bekommt sie plausibel erzählt.
Der eigentliche Kern ist aber das Scheitern. Fast jedes Projekt in dieser Serie geht schief, wird zu spät fertig oder von einem größeren Unternehmen überrollt. Die Figuren fangen danach wieder an. Das ist als Erzählmuster ungewöhnlich, weil Serien über Technik sonst auf den einen Durchbruch zulaufen.
Für jemanden, der beruflich Software baut, ist das die ehrlichere Darstellung. Die meisten Projekte werden nicht groß. Man macht sie trotzdem.
Einschränkung
Es ist eine langsame Serie mit viel Dialog und ohne Spannungsbogen im üblichen Sinn. Wer nach zwei Folgen nichts damit anfangen kann, wird auch nach zehn nichts damit anfangen können.
Vier Staffeln, dann ist Schluss, und zwar zum richtigen Zeitpunkt. Das schafft nicht jede Serie.